Brandschutzkonzepte

Das Brandschutzkonzept stellt eine umfassende zielorientierte und auf den Einzelfall sowie die Nutzung abgestimmte Gesamtbewertung einer baulichen Anlage dar und wird bei baugenehmigungspflichtigen Vorhaben in die Genehmigungsplanung eingebunden.

Es enthält alle Angaben über den erforderlichen vorbeugenden baulichen, anlagentechnischen, abwehrenden und betrieblich-organisatorischen Brandschutz. Bei Abweichungen von baurechtlichen Vorschriften sind diese neben der Risikobetrachtung zu begründet und die erforderlichen Kompensationen benannt.

Das Brandschutzkonzept untergliedert sich in einen Erläuterungsbericht, der sich an den Vorgaben des 18-Punkte-Katalogs für Brandschutzkonzepte der Ingenieurkammer Baden-Württemberg orientiert (für andere Bundesländer jeweils geringfügig modifiziert), und in die Visualisierung der baulichen Maßnahmen und anlagentechnischen Konzeption mittels Brandschutzplänen. Der 18-Punkte-Katalog setzt sich dabei aus folgenden Inhalten zusammen:

  • Zu- und Durchfahrt sowie Aufstell- und Bewegungsflächen für die Feuerwehr
  • Nachweis der erforderlichen Löschwassermenge sowie Nachweis der Löschwasserversorgung
  • Bemessung, Lage und Anordnung der Löschwasser-Rückhalteanlagen
  • Das System der äußeren und inneren Abschottungen in Brandabschnitte bzw. Brandbekämpfungsabschnitte sowie das System der Rauchabschnitte mit Angaben über die Lage und Anordnung und zum Verschluss von Öffnungen in abschottenden Bauteilen
  • Lage, Anordnung, Bemessung (ggf. durch rechnerischen Nachweis) und Kennzeichnung der Rettungswege auf dem Baugrundstück und in Gebäuden mit Angaben zur Sicherheitsbeleuchtung, zu automatischen Schiebetüren und zur elektrischen Verriegelungen von Türen
  • Höchstzulässige Zahl der Nutzer der baulichen Anlage
  • Lage und Anordnung haustechnischer Anlagen, insbesondere der Leitungsanlagen, ggf. mit Angaben zum Brandverhalten im Bereich von Rettungswegen
  • Lage und Anordnung der Lüftungsanlagen mit Angaben zur brandschutztechnischen Ausbildung
  • Lage, Anordnung und Bemessung von Rauch- und Wärmeabzugsanlagen mit Eintragung der Querschnitte bzw. Luftwechselraten sowie der Überdruckanlagen zur Rauchfreihaltung von Rettungswegen
  • Alarmierungseinrichtungen und Darstellung der elektroakustischen Alarmierungsanlage (ELA-Anlage)
  • Lage, Anordnung und ggf. Bemessung von Anlagen, Einrichtungen und Geräten zur Brandbekämpfung (wie Feuerlöschanlagen, Steigleitungen, Wandhydranten, Schlauchanschlussleitungen, Feuerlöschgeräte) mit Angaben zu Schutzbereichen und zur Bevorratung von Sonderlöschmitteln
  • Sicherheitsstromversorgung mit Angaben zur Bemessung und zur Lage und brandschutztechnischen Ausbildung des Aufstellraumes, der Ersatzstromversorgungsanlagen (Batterien, Stromerzeugungsaggregate ) und zum Funktionserhalt der elektrischen Leitungsanlagen
  • Hydrantenpläne mit Darstellung der Schutzbereiche
  • Lage und Anordnung von Brandmeldeanlagen mit Unterzentralen, Feuerwehrtableaus, Auslösestellen
    Erfordernis von Feuerwehrplänen
  • Betriebliche Maßnahmen zur Brandverhütung und Brandbekämpfung sowie zur Rettung von Personen (wie Werkfeuerwehr, Betriebsfeuerwehr, Hausfeuerwehr, Brandschutzordnung, Maßnahmen zur Räumung, Räumungssignale )
  • Angaben darüber, welchen materiellen Anforderungen der Landesbauordnung oder in Vorschriften aufgrund der Landesbauordnung nicht entsprochen wird und welche ausgleichenden Maßnahmen stattdessen vorgesehen werden
  • Verwendete Rechenverfahren zur Ermittlung von Brandschutzklassen nach Methoden des Brandschutzingenieurwesens
    Die Erstellung eines Brandschutzkonzepts kann bei Bedarf in zwei Schritten erfolgen:

  • Grobkonzeption als Planungshilfe (Step 1)
  • Gesamtkonzeption zur Abstimmung mit den Behörden bzw. Vorlage im Genehmigungsverfahren (Step 2)